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Alkohol hat direkte Auswirkungen auf das psychische Funktionieren. Er wirkt enthemmend, macht gleichgültiger und hat darüber hinaus einen Einfluss auf das Gedächtnis: „Aus einer Reihe von Untersuchungen geht hervor, dass das Gehirn Schaden nehmen kann, wenn man langfristig mehr als 25 Standardgläser Alkohol pro Woche trinkt. Es gilt als gesichert, dass sich nach vier bis fünf Jahren das Gedächtnis verschlechtert. Zu Anfang nimmt der Betroffene diesen Schaden nicht wahr, aber auf die Dauer merkt er, dass er Dinge nicht mehr so gut behalten kann, weniger kreativ ist, länger braucht, um etwas zu begreifen und dass es ihm schwerer fällt, sich an neue Situationen anzupassen.“
Zitternde Hände bei Menschen, die zuviel Alkohol trinken – dieses Phänomen ist allgemein bekannt. Es ist auf eine Schädigung des Nervensystems zurückzuführen. Betroffen sind als erstes die Nervenenden der längsten Nerven: die Hände zittern, in den Füßen gehen die Empfindungen zurück, dort entsteht beispielsweise ein Taubheitsgefühl der Haut. Wenn die Schäden sich ausbreiten, drohen Gleichgewichtsstörungen, die zu einer Art „Watschelgang“ führen können. Auch hier gilt, dass der rechtzeitige Verzicht auf Alkohol die Aussichten auf Heilung vergrößert.
Alkohol kann Schleimhautschäden verursachen. Wenn der Alkoholkonsum darüber hinaus zu schlechten Essgewohnheiten führt, droht Vitaminmangel. Auf die Dauer stumpfen auch die Geschmacksknospen ab, so dass man mehr Salz und Gewürze benötigt, um noch etwas zu schmecken. Wenn Sie Alkohol getrunken haben, riecht Ihr Atem nicht frisch; das ist für die Nähe zu anderen Menschen nicht förderlich.
Ihre Getränke gelangen über den Mund in die Speiseröhre. Wenn diese Schleimhaut sich entzündet, fühlen Sie einen brennenden Schmerz mitten in der Brust. Verwirrend ist, dass dieser Schmerz vergeht, wenn Sie Alkohol trinken. So erscheint Alkohol wie ein Heilmittel, obwohl es den Schmerz verursacht. Wenn Sie viel Alkohol trinken, können sich in der Speiseröhre Krampfadern bilden. Wenn diese Krampfadern platzen, entsteht ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall.
„Alkohol ist gut für Herz und Gefäße“. Das stimmt; aber nur für Frauen über 40 und Männer über 50. Und auch nur dann, wenn Männer nicht mehr als zwei bis drei Gläser, Frauen nicht mehr als ein bis zwei Gläser pro Tag trinken. Ansonsten kann Alkoholkonsum zu erhöhtem Blutdruck und Herzfehlern führen. Langfristiger Alkoholkonsum birgt das Risiko einer Schädigung des Herzmuskels und chronischer Kurzatmigkeit.
Die Leber hat die Aufgabe, Stoffe wie Alkohol, Medikamente und Drogen aus dem Blut zu filtern. Wenn viele dieser Stoffe im Blut sind, muss die Leber also besonders schwer arbeiten. Als Reaktion darauf vergrößert sie sich. Sie können dies spüren, wenn die Leberkapsel auf die rechte Körperseite und manchmal auch auf den Rücken drückt. Auf die Dauer wird die Leber auf diese Weise überlastet: Die Leberzellen werden zerstört, es entstehen Narben und sie verschrumpelt. Eine gesunde Leber braucht ungefähr 1 ½ Stunden, um ein Glas Alkohol abzubauen. Dieser Prozess lässt sich nicht beschleunigen; es ist also nicht möglich, mit Hilfe von Kaffee oder einer Mahlzeit wieder nüchtern zu werden. Wenn Sie an einem Abend 15 Gläser trinken, nimmt es ungefähr 24 Stunden in Anspruch, bis der Alkohol ganz abgebaut ist. Wenn Sie also einmal wirklich über die Stränge geschlagen haben, ist es klug, mindestens zwei Tage lang keinen Alkohol zu trinken. Dann kann die Leber sich ein wenig erholen.
Wenn man Alkohol zu sich nimmt, steigt die Magensäureproduktion. Das kann auf die Dauer zu einer Reizung der Magenschleimhaut führen. Eine Magenschleimhautentzündung kann chronisch werden. Sie erschwert die Nahrungsverdauung. Sie spüren dies in Form von Magenschmerzen (im Oberbauch), manchmal auch Übelkeit und Erbrechen.
Der übermäßige Konsum von Alkohol greift auch die Bauchspeicheldrüse an. Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist lebensgefährlich. Bei einer akuten Entzündung entstehen heftige Schmerzen.
In den Nieren werden Flüssigkeit und Abfallstoffe aus dem Blut gefiltert. Wenn man viel trinkt, muss man häufig zur Toilette gehen. Alkohol hat eine harntreibende Wirkung, er entzieht dem Körper Flüssigkeit. So kann also bei Alkoholkonsum Flüssigkeitsmangel entstehen, obwohl man viel trinkt. Deshalb ist Alkohol nicht durstlöschend, sondern man bekommt Durst vom Alkoholtrinken – darin liegt übrigens auch die Erklärung für den Nachdurst.
Aus dem Magen gelangt die Nahrung in den Dünndarm. Auch hier drohen bei übermäßigem Alkoholkonsum Entzündungen der Schleimhaut. Bei manchen Menschen entsteht ein chronischer Durchfall, der häufig durch schlechte Ernährungsgewohnheiten mit verursacht wird.
Die entspannende Wirkung von Alkohol hat häufig einen positiven Effekt auf das Erleben der Sexualität. Übermäßiger Alkoholkonsum jedoch kann das sexuelle Funktionieren beeinträchtigen. Wenn die Leber nicht mehr richtig arbeitet, wird der Hormonhaushalt gestört. Das kann bei Männern zu Impotenz führen. Der Verzicht auf Alkohol kann die Potenz wiederherstellen. Bei Frauen kann die Menstruation aussetzen.